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Deutsches Riga-Komitee tagte in Magdeburg

Am letzten Wochenende waren die Landeshauptstadt Magdeburg und der Landesverband Sachsen-Anhalt der Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V. Gastgeber für das erste Symposium des Riga-Komitees.
Geladen hatten der Magdeburger Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper und der Landesvorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Sachsen-Anhalt und ehemaligen Landtagspräsident Dieter Steinecke MdL. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Städten aus ganz Deutschland, die sich im

Riga-Komitee zusammengefunden haben, kamen in die Landeshauptstadt.

Sie wollen aktiv an das Schicksal von über 25000 deutschen Juden erinnern, die während der Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft nach Riga deportiert und ermordet wurden.

Nahe der lettischen Hauptstadt Riga liegt der Wald von Bikernieki, auch Wald der Toten genannt. Dort erschossen Verbände der SS und ihre lettischen Verbündeten von 1941 bis 1942 zahlreiche Menschen jüdischen Glaubens, die aus deutschen Städten auf zahlreichen Transporten deportiert worden waren. Im Sommer 1943, nach den Niederlagen an der Ostfront und dem Beginn des Rückzuges der Wehrmacht, wurden auf Befehl des SS-Reichsführers Himmler die Massengräber geöffnet und die Leichen verbrannt.

Die Verbrechen des Nazi-Regimes sollten vertuscht werden.

Bis Anfang der 90er Jahre war diese Stätte des Grauens ein verlorener und vergessener Ort, ein Grabmal ohne Inschrift, ohne Gedenken.
Im Jahr 1996 wurde das deutsch-lettische Kriegsgräberabkommen unterzeichnet. Die Bundesregierung verpflichtete sich, auch den deutschen Opfern der Deportation in Lettland würdige Grabstätten zu schaffen. Die Anlage im Wald von Bikernieki wurde am 30. November 2001, 60 Jahre nach Beginn der Deportation, eingeweiht. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gestaltet in den Wäldern um Riga die Gedenkstätten. Jugendliche aus Lettland und Deutschland nehmen seit 2002 an dessen jährlichen Workcamps teil.

Am 23. Mai 2000 gründeten Repräsentanten von 13 deutschen Städten das Riga-Komitee in Berlin. Am 25. Februar 2008 trat auf Beschluss des Stadtrates auch die Landeshauptstadt Magdeburg dem Riga-Komitee bei. Mittlerweile gehören ihm 40 Städte an. Symbolisch aufgenommen worden sind die Städte Brno, Prag, Riga und Theresienstadt.

Im Juli 2010 trafen sich in Riga, der Hauptstadt Lettlands, Vertreterinnen und Vertreter von 22 Mitgliedsstädten des Riga-Komitees, um der Opfer zu gedenken und ein "Band der Erinnerung" zwischen den beteiligten Städten zu knüpfen. An diesem Treffen nahm der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Sachsen-Anhalt und Landtagspräsident a.D. Dieter Steinecke und andere Repräsentanten der Stadt Magdeburg teil.

Das erklärte Ziel des Riga-Komitees ist es, die Erinnerungs- und Gedenkkultur weiter zu entwickeln. Die Ermordeten sollen wieder Gesichter und Namen erhalten.

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist die erste Mitgliedsstadt, nach Riga, die zu so einem Symposium einlud, um einen Beitrag für die Nachhaltigkeit der wichtigen Erinnerungsarbeit weit über die Grenzen der Stadt hinaus zu leisten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung am Freitag mit einer Ausstellung, es folgten viele interessante Gespräche und am Samstagabend lud das Theater der Landeshauptstadt zu einem Theaterstück ein, das für das Symposium angemessen war. Herzlichen Dank an die Schauspieler und Musiker.

Der Mitorganisator und Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Sachsen-Anhalt Dieter Steinecke war erfreut über die große Resonanz für das erste Symposium des Deutschen Riga-Komitees in Magdeburg.

weitere Informationen: www.volksbund.de

Fotos: Volksbund Sachsen-Anhalt