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Magdeburg erinnert an die Zerstörung vor 68 Jahren

Mit einem Schweigemarsch und einer zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Magdeburger Westfriedhof gedachten am Mittwoch Landtagspräsident a.D. und Landesvorsitzender des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Sachsen-Anhalts e.V.  Dieter Steinecke und weitere Vertreter der Landes- und Stadtpolitik der Opfer des Luftangriffs auf Magdeburg 1945. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt.

„Wir denken heute, am 16. Januar, an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg vor 68 Jahren in unserer Stadt. An all die Kinder, Frauen und Männer, die dadurch ihr Leben verloren. Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung und auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und unsere Verantwortung gilt dem Frieden zu Hause und in der ganzen Welt“, so Steinecke.

Magdeburg war 1944 und 1945 mehrfach Ziel britischer und US-amerikanischer Luftschläge. Das mit Abstand schwerste Bombardement erlebte die Elbestadt am Abend des 16. Januar 1945. Bei dem 39 Minuten dauernden Angriff mit Luftminen, Spreng-, Brand- und Phosphorbomben wurden 90 Prozent der Innenstadt zerstört. Mindestens 2.500 Bewohner kamen dabei ums Leben. Etwa 190.000 Menschen verloren ihr Obdach. 15 Kirchen und der Breite Weg - seinerzeit eine der prächtigsten Barock-Straßen Deutschlands - wurden fast vollständig verwüstet. Allein der Magdeburger Dom überstand den Angriff relativ unbeschadet. Die Bombardierung Magdeburgs gehörte zu den verheerendsten Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges überhaupt.



Totengedenken 2013

Wir denken heute, am 16. Januar, an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg vor 68 Jahren in unserer Stadt.

An all die Kinder, Frauen und Männer, die dadurch ihr Leben verloren.
Wir gedenken  heute aller Menschen, die durch Kriegshandlungen, in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die von einem verbrecherischen Regime verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurden.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen die Gewaltherrschaft der Nazis geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit allen,  die Leid tragen um die Toten.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und unsere Verantwortung gilt dem Frieden zu Hause und in der ganzen Welt.



Fotos: Manuel Rupsch  |  Text: Julia Steinecke