facebook

Erneute Verhöhnung der Opfer des Massakers macht betroffen

„Ich bin fassungslos und bestürzt!“ sagte der Landesvorsitzende des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und ehemaliger Landtagspräsident, Dieter Steinecke angesichts der erneuten Schändung der Gräber der Opfer des Massakers vom 13. April 1945 in der Gardelegener Feldscheune Isenschnibbe.

Unbekannte Täten hatten Mitte Januar 2013 Grabzeichen herausgerissen und sie in Form eines Hakenkreuzes gelegt. Es ist nicht die erste Schändung des Gedenkortes.

An der Mahn- und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe findet am kommenden Sonntag, den 27. Januar 2013 die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes Sachsen-Anhalt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Die Isenschnibbe ist sowohl Ort eines brutalen Verbrechens als auch letzte Ruhestätte für die über 1.000 Opfer.

Das Gedenken an diesem Tag gilt den NS-Opfern und deren Hinterbliebenen. Dazu werden sich die Gedanken aber auch um die jüngste Schändung der Gräber drehen und um die offenkundige Verhöhnung der Opfer.

Dieter Steinecke: „Ich ringe um Fassung. Im Angesicht dieser Tat sehe ich bestätigt, dass wir im Engagement gegen Rechts und für ein tolerantes und demokratisches Miteinander nicht nachlassen dürfen.“

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ist mit dem Ort auf ganz besondere Weise verbunden. Seit vielen Jahren führt der Volksbund Jugendgruppen im Rahmen eines internationalen Workcamps nach Gardelegen um bei der Pflege und dem Erhalt des Friedhofes für die Opfer zu unterstützen. Der Landesvorsitzende, Dieter Steinecke, hat sich maßgeblich für die Aufnahme der Mahn- und Gedenkstätte in die Stiftung Gedenkstätten des Landes Sachsen-Anhalt eingesetzt.

„Die erneute Schändung der Gräber, der Opfer des Massakers offenbart eine Dimension von kaum zu übertreffender Verwerfung und ist eine Tat fern jeglicher Moral. Hier wurden Opfer wiederholt verhöhnt, deren Leben auf unsägliche und brutale Art genommen wurde. Die Grabzeichen wurden nicht nur heraus gerissen sondern auch zu einem Hakenkreuz zusammengelegt. Von einer unüberlegten Provokation kann hier nicht die Rede sein. Er zeugt von einem „braunen“ Gedankengut, welches die Geschichte verdreht und vom Hass gegenüber allem Fremden und Anderem geprägt ist. Diese Taten machen sprachlos,“ so Steinecke.

Die offenkundige Verhöhnung der NS-Opfer ist auch ein Angriff auf die Gesellschaft, deren Werte und Moral sich für ein demokratisches, friedliches und tolerantes Miteinander aussprechen.

Text: Jan Scherschmidt