facebook

Broschüre über die Gräber der Opfer auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt

Der Minister für Inneres und Sport, Holger Stahlknecht, präsentierte heute gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Dieter Steinecke, eine Broschüre über die Gräber der Opfer des 1. Weltkrieges, die sich auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt befinden und mit staatlichen Mitteln gepflegt werden. Die Kriegsgräberpflege obliegt seit 1991 dem Innenministerium.

Mit Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. entstand in den letzten zwei Jahren eine in dieser Form einzigartige Publikation. Sie enthält nicht nur eine Auflistung aller in Sachsen-Anhalt befindlichen Gräber von Opfern des 1. Weltkrieges, sondern dokumentiert auf besondere Art und Weise deren Entstehung und unterstreicht ihre Bedeutung als Mahnmal zum Frieden für künftige Generationen.

In Sachsen-Anhalt existieren heute 90 Grabanlagen mit mehr als 5.400 Gräbern von Opfern dieses „ersten modernen Krieges“ in der Geschichte der Menschheit. Hierbei handelt es sich um deutsche, aber auch um ausländische Soldaten und viele Zivilpersonen, die hier umgekommen sind.

Ihre Gräber wurden seit den 1920er Jahren aufgrund des Gesetzes über die Erhaltung der Kriegsgräber aus dem Weltkrieg vom 29. Dezember 1922 dauerhaft erhalten und gepflegt. Seit dem 1. Januar 1993 erfolgt die Pflege der Gräber, die zu DDR-Zeiten kaum Beachtung fanden, gemäß dem Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz). Die Mittel werden durch den Bund bereitgestellt.

„Auch 100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges offenbaren uns die Kriegsgräber eindrucksvoll und anschaulich, wofür ein Krieg steht: Zerstörung, Tod und Gewalt. Der Erhalt dieser Gräber als Lern- und Gedenkstätten stellt somit heute noch eine wichtige Rolle in der Sensibilisierung aller Generationen gegen den Krieg dar. Denn um den Frieden wertschätzen zu können, muss man wissen, was Krieg bedeutet“, so Stahlknecht.

Die Broschüre, die auch viele Informationen über die wechselvolle Geschichte der Grabanlagen und die sich ändernde Erinnerungskultur enthält, ist bei der Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Sport und bei der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt auf Nachfrage erhältlich.

Bilder: Volksbund Sachsen-Anhalt
Text: Ministerium für Inneres und Sport - Pressemitteilung