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Jugend-Workcamp in Lwiw (Ukraine)

Seit dem 4. August sind 22 junge Deutsche, Polen und Ukrainer in Lwiw (Ukraine) aktiv beim Internationalen Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Deutsch-Ukrainischen Forum. Die Vorbereitung und finanzielle Absicherung des Jugendlagers lag ganz wesentlich in den Händen des Magdeburger Landtagsabgeordneten Dieter Steinecke, der als Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch offiziell der Veranstalter des Camps für die Jugendlichen zwischen 16 und 26 Jahren ist. Zudem setzte er sich bei der Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V. und beim Deutsch-Ukrainischen Forum für finanzielle Unterstützungen ein, damit nun schon zum zweiten Mal ein solchen Jugendlager in der Ukraine stattfinden kann.

Im Sommer 2009 war das erste Camp in Kiew, wo der Holocaust-Gedenkort Babyj Jar im Mittelpunkt des Interesses stand (Link). Dieses Jahr ist die westukrainische Stadt Lwiw (deutsch: Lemberg) Gastgeber des Camps. Die heimliche Hauptstadt Österreich-Ungarns wurde 1772 dem zerteilten Polen entrissen und kehrte erst nach dem ersten Weltkrieg wieder unter dessen Herrschaft zurück. Nur elf Jahre später annektierte die Sowjetunion Ostpolen und damit auch Lemberg. Es folgte die deutsche und eine erneute sowjetische Okkupation, bis die Stadt schließlich 1991 Teil einer unabhängigen Ukraine wurde. Einblick in diese wechselvolle Geschichte der Stadt und ihrer Menschen bekommen auch die Campteilnehmer.

Insgesamt geht das Workcamp in der Westukraine drei Wochen. Ein Schwerpunkt bilden die Arbeitseinsätze auf dem deutschen Kriegsgefangenenfriedhof Samastynew. Daneben stehen Ausflüge in die Karpaten und Besuche in Museen auf dem Programm. Ein Stadtrundgang auf den Spuren der jüdischen Gemeinde Lembergs machte deutlich, wie viel Blut in dieser Stadt geflossen ist. Zum Ende des Krieges waren 80 % der Stadtbevölkerung ausgetauscht, eine der größten jüdischen Gemeinden Europas nahezu ausgelöscht. Die Jugendlichen des Workcamps verstehen sich gut - trotz aller Sprach- und Kulturunterschieden. Sie leben vor, was wir aus der Vergangenheit lernen sollten: friedlich miteinander leben, aufeinander zugehen, gemeinsam arbeiten. So wird auch das motto des Volksbundes neu mit Leben gefüllt. Versöhnung über den Gräbern.

Fotos: Tim Jäger / Volksbund

Internet: http://www.volksbund.de/sachsen-anhalt/sachsenanhalt-aktuelles.html