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Volkstrauertag

Am Sonntag folgten etwa 100 Vertreter des öffentlichen Lebens in Sachsen-Anhalt der Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) zur Gedenkstunde am Volkstrauertag. Traditionell begrüßte der VDK-Landesvorsitzende Dieter Steinecke die Gäste im Landtag am Magdeburger Domplatz und nannte den Volkstrauertag einen "Stachel im Fleisch unserer Vergesslichkeit". Dem schloss sich auch der ehemalige Ministerpräsident Prof. Dr. Böhmer in seiner Rede an, der ein neues Geschichtsbild forderte. Bisher lernten die Schüler unsere Vergangenheit zumeist anhand von Kriegsdaten kennen - dabei sei die Wirkungsgeschichte der zivilen Geschichte weitaus wichtiger. Professor Böhmer erinnerte an Errungenschaften wie die englische Magna Charta, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung oder die KSZE Akten. Das Totengedenken sprach Landtagspräsident Detlef Gürth. Nach der Gedenkstunde im Landtag begleiteten viele der Anwesenden die Kranzniederlegung der Bundeswehr auf dem Westriedhof.

Dieter Steinecke nahm am späten Nachmittag auch an der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag in Berlin teil, wo der frühere Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Rede hielt. Steinmeier betonte, dass ein freies und demokratisches Europa das Fundament des Friedens, Freiheit und Demokratie der wichtigste Schutz gegen die Rückkehr von Gewalt seien. Steinmeier betonte, es sei wichtig, das Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft mit einer Verantwortung zum Handeln zu verknüpfen. Das geeinte Europa sei ein Kontinent des Friedens geworden. Zudem würdigte er die Arbeit des Volksbundes, der großen Anteil daran habe, dass Soldatengräber Orte seien, "an denen man Frieden macht", Orte der Versöhnung, Mahnung, Verpflichtung. Besonders schätze er die Jugendarbeit des Volksbundes. Bei den Jugendbegegnungen auf Soldatenfriedhöfen verinnerlichten die Jugendlichen den Wert des Friedens, so Steinmeier.

Fotos: Jana Lesniak, Jan Scherschmidt, Philipp Schrage

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