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Sport als Brücke zu einem geeinten Europa? – Die EM 2012 als Gleis in die Zukunft

Eine Veranstaltung des Bildungszentrums Schloss Wendgräben der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Die EM 2012 hat nicht nur den Blick auf die beiden Gastgeberländer Polen und Ukraine gelenkt, sondern sie hat auch gezeigt, dass die europäische Verständigung im Sport funktionieren kann.

Bei der am Mittwochabend in der Gaststätte „Mückenwirt“ Magdeburg stattfindenden Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. trafen sich Vertreter aus Polen und der Ukraine und diskutierten mit den rund  45 Gästen über die Frage, in welcher Form und in welchem Maß der Sport zu einem geeinten Europa beitragen kann.

Moderiert wurde die Abendveranstaltung vom ehemaligen Landtagspräsidenten und MdL Dieter Steinecke.

Steinecke, der gleichzeitig auch der Vorsitzende des Deutsch-Ukrainischen-Forums e.V. ist, betonte, wie wichtig es sei, dass durch solche sportlichen Veranstaltungen die Partnerschaftsbeziehungen zwischen den Ländern gestärkt werden und das Miteinander in Europa verbessert wird. Sport verbindet und überwindet politische Hürden.

Das Grußwort sprach der Vorsitzende der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. Krzysztof Blau. Er war begeistert von der EM 2012 und stolz, dass sein Land so viel erreicht hat. „Wir sind alle eins! Wir sind Europa!“, sagte er zum Schluss seiner Rede.

Einen besonderen guten Einblick gab der Botschafter der Ukraine S.E. Pavlo Klimkin. Er sei froh, dass es solche Themenabende der Konrad-Adenauer-Stiftung gäbe, wo man offen über das Erlebte sprechen kann. Sportlich gesehen, war die EM ein großer Erfolg für die Ukraine. Es wurden Stadien gebaut, neue Straßen geschaffen und viele Touristen reisten in das Land. „Sie lernten nicht nur die Menschen kennen, sondern sie erlebte wie europa- und weltoffen und gastfreundlich die Ukraine sein kann. Vorurteile wurden über Bord geworfen“, so der Botschafter Klimkin. Wichtig sei es jetzt, dass man den Ausbau der Wirtschaft und Infrastruktur vorantreibt. Das Land komme so näher an Europa heran.

Die polnische Botschaft entsandte Frau Marzena Szcypulkowska-Horvath, 1. Botschaftsrätin und Leiterin der politischen Abteilung in Berlin. Auch sie berichtete über positive Erfahrungen der Fußballeuropameisterschaft 2012. „Wir werden damit in die Geschichte eingehen“, ergänzte sie und freute sich über das große Interesse an diesem sportlichen Ereignis, nicht nur in Europa, sondern auch in der ganzen Welt. Die Tourismusbranche boomt, viele Menschen wollen das Land noch einmal besuchen.

Auch Hans-Georg Moldenhauer, ehemaliger Vizepräsident des DFB und von 1994 bis 2006 Vizepräsident des DSB reihte sich in die interessante Vortragsreihe ein. Durch die engen Kontakte des DFB zu den Sportverbänden in Polen und Ukraine und gute Vorbereitung der EM 2012 konnte ein toller sportlicher Wettbewerb stattfinden.

Durch viele Projekte, an denen sich über 10.000 Schulen beteiligten, entstand eine riesige Begeisterung zum Fußball. „Es ist wichtig an diesen Projekten dran zu bleiben und sie weiterführen zu lassen“, so Moldenhauer. „Man hatte im Vorhinein Angst, dass die Ukraine es nicht schaffen würde, aber man wurde vom Positiven überzeugt“, sprach er weiter.

Beide Sportverbände, polnische und ukrainische, haben nun eine große Verantwortung.

„Nur wenn wir miteinander freundlich umgehen und reden, wachsen die Länder zusammen und der europäische Gedanke gewinnt in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Die EM 2012 hat dies ein Stück weit erreicht“, so Dieter Steinecke zum Schluss der Veranstaltung.

Für die Gäste in der Gaststätte „Mückenwirt“ war es eine interessante Veranstaltung, die mit einer regen Diskussionsrunde endete.

Fotos: Manuel Rupsch + Eileen Assel